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YCC @ PARALLEL VIENNA 2022

Artists: Theresa Rothe und Willy Schulz, 06.09 - 11.09.2022
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YCC @ PARALLEL VIENNA 2022

PARALLEL VIENNA 2022


Datum: 06.09 - 11.09.2022
Location: Semmelweisklinik, Hockegasse 37, 1180 Wien / HAUS A, 1 OG
Künstler*innen: Theresa Rothe & Willy Schulz
Kurator*innen: Lena Dobner, Julia Harrauer, Oliver Matzner
Erweitertes Team: Alisa Syrbu, Inka Schleicher, Isabella Hofmann, Sophie Jansen, Nicole Trzil, Sophie Wratzfeld

Willy Schulz:

Der 1990 in Dresden geborene Künstler erlebt es häufig, dass seine Werke wieselbstverständlich in das Spektrum der Konzeptkunst eingeordnet werden. Darauf reagiert Willy Schulz allerdings nicht selten mit Einwand, bezeichnet seine Kunst bisweilen sogar als das Gegenteil. Auch wenn am Ende eine relativ klare Form das Werk bestimmt, sind Willy Schulz‘ Arbeiten nicht aufgrund eines strengen, festgelegten Konzeptes entstanden. Sie entstehen vielmehr in einem sehr unberechenbaren Entwurfsprozess. (…) Unübersehbar ist das Interesse des Künstlers, Alltagsdinge aufzugreifen, Situationen zu kreieren, Bekanntes in andere Materialien zu übersetzen, abzuformen und somit in neue Funktionen und unerwartete Zusammenhänge zu überführen. Er experimentiert und lotet dabei die Parameter von Installation und Skulptur aus. Die Beschaffenheit der Oberfläche trägt entschieden dazu bei, wie sich die Objekte verhalten, ob sie sich der Umgebung öffnen oder hermetisch verschließen. (...) “

"Der im 3D-Drucker entstandene Bullterrier Tony (2020) geht auf das lebensgroße Modell eines realen Hundes zurück. Der Bullterrier ist kräftig gebaut, muskulös, mit durchdringendem und entschlossenem Ausdruck. Wenngleich er als diszipliniertes und freundliches Wesen gegenüber Menschen beschrieben wird, führen ihn die meisten deutschen Bundesländer in der Liste der gefährlichen Hunde auf. Genau diese menschengemachte Doppeldeutigkeit macht dieses Tier zu einem sonders eindrücklichen Motiv. Doch erst im Entstehungsprozess, genauer durch den Mangel an dem vorab geplanten monochromen Einsatz des Polyamids (Nylon), erhielt das gedruckte Objekt seine charakteristische Farbgebung. Die Einzelteile, aus denen Tony besteht, richteten sich in ihrer Farbigkeit also ganz nach den erschwerten materiellen Gegebenheiten. Genau diese Momente werden zu wesentlichen Faktoren, um Brechungen mit dem Gewohnten zu generieren. Je mehr solche Spuren vorhanden sind, desto weiter entfernt sich das Werk von festgesetzten Regeln und (Seh-)Gewohnheiten und erweitert seinen Spielraum. Das Interesse des Künstlers an seinem Gegenstand wird für die Betrachter*innen nachvollziehbar. Er lässt die Gegenstände über sich selbst erzählen, indem er ihnen ihre Funktionalität und/oder Bedrohlichkeit nimmt.“  (Text: Lucie Klysch)

Willy Schulz
Toni, 2022, 73x93x30mehrteiliger 3D-Druck (Kunststoff), Lack versetzt mit Sterling-Silber-Pigmenten

Theresa Rothe:

Während ihres Studiums an der Hochschule für Bildende Künste Dresden entwickelte sie eine Vorliebe für das Experimentieren mit vielen verschiedenen Medien und schuf Werke aus so unterschiedlichen Medien wie Wolle, Hühnerdraht und Latex. 2019 schloss sie ihr Studium der Bildenden Kunst im Studiengang Bildhauerei mit dem Diplom ab. Unter der Anleitung von Professor Willhelm Mundt ging Rothe dazu über, großformatige, installative Arbeiten mit ihren charakteristischen fantastischen Motiven zu schaffen. Inspiriert von ihren früheren Installationen wird Rothe in den kommenden Ausstellungen und Residenzen großformatige und ortsspezifische Arbeiten präsentieren.


Theresa Rothe
rosy jerk, 2022, Latex, Silikon, Fellimitat, Glasaugen, Kette, 150 x 30 x 30 cm